Ekzteins Gedanken

Was wenn Fragen der Anfang von Vertrauen sind?

Markus Nietzke

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Begrüßung Und Leitmotiv

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Der Apostel Thomas, ein Mensch wie du und ich. Das ist der Titel der heutigen Podcast-Folge. Ich bin Ihr Gastgeber Markus Nietzsche. Herzlich willkommen. Vielleicht kennst du noch die alte Rubrik im Reader's Digest Menschen wie du und ich. So begannen früher manche kleine Alltagsgeschichten. Heute geht es um einen, dessen Namen du und ich kennen, wenn wir mit der Bibel einigermaßen vertraut sind, Thomas. Und in der Alltagssprache hat er einen festen Titel bekommen, der ungläubige Thomas. Oder Thomas der Zweifler. Thomas der Schwierige. Und doch könnte seine Geschichte ganz gut in diese Rubrik im Rieders Digest passen. Denn ist Thomas am Ende nicht genau das, ein Mensch wie du und ich? Menschen wie du und ich, das hat einen warmen, einen alltagsnahen Klang. Und diese Wendung holt Thomas aus der Vitrine der Heiligenfiguren heraus.

Thomas Als Mensch Wie Wir

SPEAKER_00

Er ist dann eben nicht mehr nur der Zweifler aus einer fernen Bibelgeschichte, sondern einer, den wir wiedererkennen. Ein Mensch mit Fragen, mit Zögern, mit dem Wunsch, nicht einfach alles ungeprüft zu übernehmen. Wir leben in einer Zeit, in der wir vieles prüfen, hinterfragen und vergleichen, denn wir wollen wissen, woran wir sind. Viele kennen das. Andere Menschen scheinen sich in solchen Fragen sehr sicher zu sein. Sie wissen sofort, was sie glauben. Sie sprechen klar, fest und unerschütterlich. Und manchmal steht man daneben und denkt, warum ist das bei mir denn nicht so einfach? Gerade dann wird Thomas zu einem sympathischen Zeitgenossen, zu einem, der es eben genau wie du und ich wissen will, zu einem, der seine Fragen nicht versteckt, eben ein Mensch wie du und ich.

Die Ostererzählung Aus Johannes 20

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Im Johannesevangelium Kapitel 20 begegnet uns Thomas. Es ist die Zeit nach Ostern. Die anderen Jünger sagen, wir haben den Herrn gesehen. Aber Thomas kann das nicht einfach übernehmen. Er sagt nicht, na gut, dann glaube ich es eben auch ohne Jesus gesehen zu haben. Thomas bleibt ehrlich. Er bleibt bei dem, was in ihm ist. Und das ist eben nicht sofortige Gewissheit. Da ist Zurückhaltung, da ist ein Verdacht, ein Zweifel. Ist das wirklich so? Da ist dieser Wunsch, selbst berührt zu werden von dem, was die anderen behaupten. Bemerkenswert ist aber nicht nur, dass Thomas zweifelt. Bemerkenswert ist vor allem anderen, wie Jesus mit ihm umgeht.

Wie Jesus Dem Zweifel Begegnet

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Jesus sagt ja nicht, ach Thomas, nun stell dich nicht so an. Jesus sagt auch nicht, wer wirklich glaubt, hat keine Fragen. Sondern Jesus kommt Thomas entgegen. Er beschämt ihn nicht, sondern begegnet ihm auf Augenhöhe. Jesus kommt durch verschlossene Türen und verschlossene Herzen. Und er kommt nicht, um Thomas klein zu machen, er kommt, um ihn zu finden. Was ist das für ein tröstliches, ja, herrliches Bild? Der Auferstandene geht nicht an dem vorbei, der Mühat zu glauben. Er sucht ihn auf, er wird zum Segen für alle, die tastend versuchend leben und glauben, wie eben Thomas. Ein Mensch muss nicht erst fertig, sicher und sortiert sein, um Jesus zu begegnen. Es genügt, ehrlich zu sein, mit eigenen Fragen, mit der eigenen Sehnsucht, mit dem Wunsch glauben zu können. Jesus wird solchen Menschen zum Segen, für solche, die nachts wach liegen, für solche, die in ihren Beziehungen nicht wissen, wie es eigentlich weitergehen soll, für solche, die sich nach einem Zeichen sehnen, für Menschen wie du und ich.

Glaube Und Denken Gehören Zusammen

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Thomas ist ein Mensch wie du und ich. Kein Held. Ein Mensch mit offenen Fragen und einer sehnsüchtigen Seele. Und vielleicht ist er uns deshalb so vertraut, weil auch unser Leben mehr lebt von dem, als sich messen oder beweisen lässt. Liebe kann man schließlich auch nicht unter dem Mikroskop beweisen. Und trotzdem verändert die Liebe alles. Und nicht alles, was trägt, kannst du sofort sehen. Aber vielleicht kannst du lernen, dich von Jesus tragen zu lassen. Vielleicht gehört genau das zu den schönsten Zügen dieser Geschichte. Thomas wird mit seinen Fragen nicht abgewertet, sondern ernst genommen. Er darf denken, er darf prüfen, er darf bringen. Gerade darin wird deutlich, Glaube ist nicht das Ende des Denkens, sondern oft der Anfang eines Vertrauens, das tiefer reicht als das, was wir beweisen können. Und übrigens, Glaube schaltet das Denken nicht aus. Ohne Denken wird Glaube gefährlich und ohne Vertrauen bleibt Denken oft zu eng. Glaube beginnt oft mitten in den Fragen. Ich habe als Seelsorger keine Angst vor Menschen, die wenig glauben oder gar nichts glauben oder nicht mehr glauben können. Also ich habe keine Angst vor vielen Menschen, die so sind wie du und ich. Angst habe ich eher vor Menschen, die nicht mehr denken. Vielleicht gehört Thomas ja doch wirklich in jene alte Rubrik des Readers Digest Menschen wie du und ich. Denn genau das ist er ja. Ein Mensch, mit Zögern und mit Sehnsucht. Und vielleicht ist das eine gute Nachricht für uns alle, dass Jesus eben nicht nur den glaubensstarken Menschen begegnet, sondern eben Menschen, wie du und ich es sind.

Dank Und Verabschiedung

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Vielen Dank fürs Zuhören. Ich grüße Sie bis zum nächsten Mal. Ihr Markus Nietzsche.